Wir lieben Bücher
Manuskripte
Liebe Autoren Aktuell muss ich der Manuskriptflut wieder einmal Einhalt gebieten. Es wird mir zu viel. Aus der ganzen Welt kommen sie hereingeflogen. Jeder scheint inzwischen zu schreiben und will veröffentlicht werden. Es gibt inzwischen kein Land auf der Welt aus dem noch kein Manuskript bei mir eingetroffen ist. Aus dem ganzen europäischen Raum, aber auch aus Neuseeland, Australien, China, Indonesien, Kanada, Südamerika, aus Russland, der Türkei, USA, wie aus den skandinavischen Ländern. Gleichzeitig ist das Verlegen nicht einfacher geworden. Jährlich erscheinen in Deutschland rund 100.000 neue Titel. Sie alle wollen gelesen werden. Gleichzeitig stellen Verlage ihre Tätigkeit ein, weil die Umsätze einbrechen. Zu viel Lesefutter wird inzwischen verschenkt oder zu Zentbeträgen angeboten.  Das Verlagsgeschäft ist nicht einfacher geworden, die Zusammenarbeit mit den Autoren oft sehr schwierig. Oft schlägt mir Enttäuschung voller Wut entgegen, wenn deutlich wird, dass sich die Verkaufszahlen nicht so entwickeln, wie es sich der Autor erträumt hat. Und da fallen dann durchaus auch hässliche Worte. Der Ton wird rüde und unfreundlich. Nein, ich kann niemanden glücklich machen. Was wie Glück aussieht, hinter dem steckt in der Regel einfach gnadenlos viel Arbeit und ein ausdauerndes zähes Engagement, von Seiten des Autors. Ein Buch muss intensiv und kontinuierlich gepusht werden, dass es irgendwann wahrgenommen wird. Viel Konkurrenz ist immer auch eine große Herausforderung. Und natürlich braucht es auch immer das gewisse Quäntchen Glück, das es braucht, den richtigen Text zur richtigen Zeit herauszubringen. Aber, dem Glück muss man auch eine Chance geben. Wer nicht alles gibt, wird nie herausfinden, ob es geklappt hätte. Ich habe versucht Autorentreffen zu organisieren, in denen man sich austauschen kann, gemeinsame Projekte planen, Lesungen veranstalten. Es ist mangels Interesse, oder Zeit, anderer wichtiger Dinge, die man zu erledigen hatte, nicht zustande gekommen. Ich habe viele Coaching-Briefe verschickt, wie man gute Lesungen vorbereitet, sie organisiert, wie man im Netz Kontakt zu potentiellen Lesern aufnimmt und pflegt. Ich habe thematische Szenelesungen angeregt. Nichts davon hat Früchte getragen. So funktioniert das nicht. Will man in diesem Markt eine Chance haben, müssen alle an einem Strang ziehen. Werden keine Verkäufe generiert, rechnet sich eine so aufwendige Infrastruktur nicht, die ein Buch innerhalb kürzester Zeit, in den letzten Winkel des deutschsprachigen Raums liefert. Jedes Buch kostet mich viel Geld und bedeutet viel Arbeit. Das muss auch wieder zurück fließen. Und ein neues Buch ist wie ein neugeborenes Baby. Das will betreut und begleitet werden. Das kann man nicht einfach auf die Straße setzen und sagt, „jetzt lauf mal schön“. Ich möchte weniger arbeiten und dafür mit ganz großer Sorgfalt Bücher auswählen und gestalten, und nur noch mit Autoren, die die richtigen Voraussetzungen mitbringen. Ich mache das Buch, es erhält ein sorgfältiges Lektorat und Korrektorat. Kostenpflichtig werden die Bücher global ins Netz gestellt. Ich informiere die Medien über die Neuerscheinung eines neuen Buches, versende Rezensionsexemplare und stelle Werbematerial zur Verfügung. Lesungen, ein gezielter Aufbau einer Fangemeinde, Kontakt zu den Medien, das ist der Job des Autors. Und all das kann man gut oder mäßig bis schlecht machen. Darüber sollte sich jeder schon im Vorfeld Gedanken machen. Ver-öffentlich-en geht nicht ohne Öffentlichkeit. Auf www.little-pen-de habe ich angefangen gute Tipps  zum Thema „Beruf Autor“ zu sammeln.
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